Alle Artikel in: horror

Saal mit gepolsterten Stühlen, vielleicht ein Theater

Mal was anderes … ich schreibe ein Theaterstück!

Kurzgeschichten, Gedichte, irgendwann mal ein Roman – das sollte jetzt niemanden überraschen. Das mache ich durchaus und kann auch schon die eine oder andere Referenz nachweisen (naja, bis auf den Roman, aber der kommt noch). Nun aber mache ich etwas für mich gänzlich Neues: Ich schreibe ein Theaterstück! Und zwar für das „Theaterpack“ aus Leipzig. Ja, die heißen wirklich so. Worum geht’s dabei? Das „Theaterpack“ veranstaltet dann und wann Krimidinners, bei denen natürlich ein Plot für ein Theaterstück benötigt wird. Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, meine Talente in diesem Bereich mal auszuprobieren. Meine Geschichten sind oft ohnehin so angelegt, dass ich eine Drehbuchversion im Hinterkopf habe beim Schreiben. Wie schwer kann es also sein, ein Theaterstück zu schreiben … naja, mal sehen 😛 Eine Idee habe ich, einen Plot mit Charakteren baue ich gerade, die üblichen kleinen Details, Twists etc. werden natürlich auch nicht fehlen. Aber für ein Ensemble von vier Schauspielern und für eine öffentliche Aufführung vor Publikum zu schreiben ist dann doch was anderes, als eine Kurzgeschichte zu verfassen, die in meinem …

Sascha Dinse hält die Zwielicht-Single 1 in Händen. Diese enthält von ihm die Horrorgeschichten "Isabelle" und "Endstation"

„Isabelle“ und „Endstation“ im Print-Doppelpack

Ich freue mich außerordentlich (und das ist wirklich selten), dass zwei meiner Geschichten quasi spontan gerade als Print erschienen sind. In Vorbereitung auf die Jubiläumsausgabe der „Zwielicht“-Anthologie, nämlich Nr. 10 derselben, und auf meine Lesung am 3.6.2017 auf dem WGT in Leipzig hat sich der Verleger entschlossen, kurzerhand eine Art Singleauskopplung aus der Antho auf den Markt zu bringen. Die A-Seite ist meine „Isabelle“, die auch in „Zwielicht 10“ enthalten sein wird, die B-Seite bildet meine „Endstation“, die bereits in „Zwielicht 8“ zu lesen war. Zusammengenommen bieten beide Geschichten ca. 80 Seiten bizarrer, spannender Twists und das eine oder ander WTF?-Ereignis. „Isabelle“ ist dabei deutlich gemeiner und gewalthaltiger als „Endstation“, was eher eine philosophische Note mitbringt. Achso, ja, KAUFEN kann man das Ganze natürlich auch. Auf meiner Lesung in Leipzig wird es ebenfalls die Möglichkeit geben, ein Exemplar käuflich zu erwerben, natürlich gern auch mit persönlicher Widmung 🙂

Sascha Dinse liest aus "Isabelle", Horrorgeschichte, auf dem WGT2017 in Leipzig

Lesung aus „Isabelle“ am 03.06.2017 in Leipzig

Nachdem ich bereits letztes Jahr von der großartigen Luci van Org eingeladen wurde, im Rahmen einer Veranstaltung des VEID e.V. auf dem WGT in Leipzig zu lesen, freue ich mich sehr, auch dieses Jahr wieder mit von der Partie sein zu dürfen. Am 03.06.2017 von ca. 16:00 Uhr bis 16:40 Uhr (sofern alles pünktlich läuft), werde ich einige Passagen aus „Isabelle“ lesen. Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist kein WGT-Ticket nötig, darüber hinaus ist der Eintritt frei. Es gibt also keine Ausrede, nicht dabei zu sein ^^ Genauere Informationen zum Ort der Lesung findet ihr in der Veranstaltung auf Facebook. Die Geschichte erscheint höchstwahrscheinlich in etwa zeitgleich in der Anthologie „Zwielicht 10“. Sowohl Verleger als auch Lektorin bescheinigten mir, dass die Geschichte „ein wenig krank“ (Verleger) bzw. „schon sehr krass“ (Lektorin) sei, was ich einfach mal als Gütesiegel ansehe, da beide sich sehr beeindruckt zeigten. Hier ein kleiner Teaser zu „Isabelle“ (Klick führt auf eine externe Seite): Wie in meinen Geschichten üblich, spielt auch „Isabelle“ mit der Wahrnehmung des Protagonisten und damit auch der der Leser*innen. …

Zitat aus der Kurzgeschichte "Isabelle" von Sascha Dinse, Horror

Was „Isabelle“ mit „Crash“ und „Lost Highway“ zu tun hat

First things first. Ich freue mich außerordentlich, dass meine „Isabelle“ es zu einer Veröffentlichung in der Jubiläumsausgabe der deutschen Horroranthologie „Zwielicht“ (nämlich in „Zwielicht 10“) geschafft hat. Nach „23b“ und „Endstation“ liefere ich nunmehr meine dritte Kurzgeschichte in der Anthologiereihe ab. Und, soviel kann ich versprechen, wem die anderen beiden gefallen haben, der wird auch seinen Spaß mit „Isabelle“ haben. Blutiger, kranker und sogar noch zynischer als die Vorgängerinnen, erlaubt „Isabelle“ einmal mehr den Blick in meine inneren Abgründe. Was in der Tat dazu führt, dass Freunde, die „Isabelle“ schon testlesen durften, sich wirklich die Frage stellen, ob meine Gesellschaft nicht doch irgendwie gefährlich ist … Inspiration und ihr Einfluss auf „Isabelle“ Aber was hat denn nun eine meiner Kurzgeschichten mit Filmen zu tun? „Crash“ von David Cronenberg und „Lost Highway“ von David Lynch sind nicht nur zwei meiner absoluten Lieblingsfilme, sondern lieferten maßgebliche Inspiration zu „Isabelle“. Das äußert sich in diesem Fall nicht in offensichtlichen Anspielungen, vielmehr in Grundmotiven. So gibt es in „Lost Highway“ eine Stelle, an der der Hauptcharakter sagt, dass er sich an Dinge …

auge schwarz weiß nahaufnahme

„Funken“ – Kurzgeschichte

Drei Wochen ist es jetzt her, dass man die Leichen des Ehepaars Peterson fand. Ein Freund der Familie hatte den beiden einen Besuch abstatten wollen und fand stattdessen ein Bild des Grauens. Sein gellender Schrei weckte die Hausbewohner und noch Minuten später hatte er sich nicht beruhigt, brüllte und heulte wie von Sinnen, so dass trotz später Stunde bald das ganze Haus auf den Beinen war. Irgendwann beruhigte er sich und saß regungslos auf der Treppe zur ersten Etage, die Augen starr ins Nichts gerichtet. Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile und noch bevor Polizei und Krankenwagen vor Ort waren, hatte sich die gesamte Hausgemeinschaft unten in der Eingangshalle zusammengefunden, um zu tratschen, zu spekulieren und nach Schuldigen zu suchen. Ms. Eggleston aus der Dritten schwor Stein und Bein, am Abend eine schwarze Gestalt im Hausflur gesehen zu haben. Niemand nahm die Worte der alten Dame ernst. Wie glaubwürdig konnte jemand sein, der seit Urzeiten ohne Mann und Familie lebte? Noch dazu erzählte sie hin und wieder Geschichten über Geräusche in den Wänden und ähnlichen …

Straße im Dunkeln

Filmkritik: „The Invitation“ (2015)

So, gestern mal wieder einen Film gesehen, der mir auf einem Streamingportal als Geheimtipp empfohlen wurde. Sollte wohl was ganz Besonderes sein, dürfte man vorher nicht zu viel drüber wissen und so. Dies vorweg: Die erste Hälfte ist gut gelungen, danach geht’s bergab. Aber der Reihe nach. MASSIVE SPOILERS AHEAD!   Kammerspiel „The Invitation“ ist über weite Strecken ein sehr, sehr ruhiger Film, der seine Spannung bis kurz vor Schluss nur daraus bezieht, dass man die ganze Zeit über rätselt, was genau eigentlich passiert. Zu Beginn werden Will und seine neue Freundin Kira zu einer Party in den Hollywood Hills eingeladen, die von Wills Ex-Frau und deren neuem Lebensgefährten veranstaltet wird. Im Laufe der Geschichte erfährt man, dass Will und Eden (seine Ex) einen Sohn hatten, der bei einem Unfall um’s Leben kam, was die Beziehung der beiden zerstörte. Entsprechend überrascht ist Will, dass er nach zwei Jahren Funkstille plötzlich zu einer Party eingeladen wird. Im Haus der Ex angekommen (wo Will früher auch wohnte), treffen wir auf eine Gruppe von Personen, die im weiteren …

berlin asylum poster

„Berlin Asylum – Kapitel IV: Totenstille“ am 25.11.2016

Kurz vor Jahresende schließt sich der Kreis. Meine Geschichte „Totenstille“, als abschließendes Kapitel der ersten Staffel der „Berlin Asylum“ (Berlins einziger Partyreihe mit der Symbiose aus Lesung und dunkler Musik), nimmt seine Hörer*innen mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Spielten die letzten drei Geschichten noch in der Gegenwart, so findet die Handlung diesmal überwiegend Mitte des 19. Jahrhunderts statt. Ophelia und unser Protagonist sind auf eine Weise über Jahrhunderte hinweg verbunden, die bis zum Ende von „Böses Blut“ wohl kaum jemand erwartet hätte. Wie und warum und welche Rolle die Toten dabei spielen, all das und mehr wird sich klären. Der Handlungsbogen, der mit „Zimmerservice“ begann, sich dann über „Filetstück“ und „Böses Blut“ erstreckte, findet nun mit „Totenstille“ seinen Abschluss. Die „Berlin Asylum“-Geschichtenreihe war für mich Premiere und Herausforderung gleichermaßen. Ich schreibe zwar sonst auch Geschichten, die im selben Universum spielen (auch wenn man das nur merkt, indem man auf Details achtet), aber eine echte Fortsetzungsgeschichte war für mich Neuland. Für 2017 ist geplant, dass die Geschichten in leicht erweiterter Form (quasi als „Author’s Cut“) als …

nebliger wald

Wie aus guten Ideen böse Geschichten werden

Ich schreibe ja bekanntermaßen nicht nur Horror (vgl. „Das Alison-Szenario“, „Susan“), aber im Augenblick arbeite ich ausschließlich an gruselig-surrealen Geschichten. Dabei ist für mich eine Sache gleichermaßen aufregend wie faszinierend: das Ausarbeiten einer „bösen“ Grundidee für die Geschichten. Dabei ist „böse“ nicht wörtlich zu nehmen, ich meine eher so eine Art Grundthema, das natürlich in meinen Geschichten letztlich doch immer schräg und mehr oder weniger fies ausfällt. Sagen wir, ich habe eine Grundidee wie in „Endstation“ (grundlegend war es wirklich nur eine sehr kurze Sequenz, nämlich die mit der Hand). Diese Szene war von Beginn an quasi das Zentrum des Plots, auch wenn für den Leser kaum klar wird, dass die Geschichte aus dieser Perspektive entstand. Ich habe dann also eine Idee, die ja allein bei weitem noch keine ganze Geschichte ausmacht. Es müssen also weitere Stränge her, die irgendwie sinnvoll in Beziehung zueinander stehen. Langsam entspinnt sich dann während des Plottens, also des grundsätzlichen Absteckens der Geschichte, ein Netz aus verschiedenen Elementen. Charaktere werden geboren, das Setting verdichtet sich und am Ende ist alles …

Berlin Asylum Kapitel II Filetstück Illustration

„Berlin Asylum – Kapitel II: Filetstück“ am 15.07.2016

Ein weiteres Mal wird das „Berlin Asylum“ am 15.07.2016 im Chester’s Berlin seine Hallen für das interessierte Publikum öffnen. Düster wird’s, das kann ich schon mal versprechen. Aber quietschbunte Hipsterparties gibt es ja auch genug, oder? Sehe ich auch so. Daher steuere ich auch diesmal eine exklusiv für diesen Abend geschriebene Geschichte bei. Nach dem sehr guten Feedback zu „Zimmerservice“, einer für meine Verhältnisse recht linearen Geschichte mit dem einen oder anderen WTF?-Moment, wird es in „Filetstück“, an der ich gerade noch schreibe, deutlich böser und gruseliger zugehen. Inspiration für die erste Sequenz der Geschichte ist übrigens das Intro von „Dead Space II“, falls sich jemand vorab leicht spoilern möchte 😛 Inhaltlich knüpft die neue Geschichte direkt an „Zimmerservice“ an, setzt also den dort begonnenen Handlungsfaden fort. Anders als beim letzten Mal spielt die Handlung jedoch nicht vollständig im Hotel, sondern gewährt einen Einblick in das Leben des Protagonisten nach den Vorfällen mit toten Menschen in Spiegeln, Insekten und einer mysteriösen Frau, die offenbar sehr viel mehr weiß, als sie zu erzählen bereit ist … …