Alle Artikel in: inspiration

3D-Grafik von Andreas Schwietzke, Cover der Anthologie "Inspiration"

„Inspiration“ – Grafik trifft Geschichten

So, die nächste Veröffentlichung steht in den Startlöchern. Diesmal von meiner Seite kein Horror, sondern Science-Fiction. Naja, gruselig ist es stellenweise schon, aber die philosophischen Sci-fi-Elemente überwiegen. Doch bevor ich zu einer kurzen Beschreibung meiner Geschichte „Alioth“ komme, erst mal ein paar einführende Worte zur „Inspiration“. Ja, „Inspiration“ heißt die Geschichtensammlung, die von Herausgeberin Marianne Labisch (mit der ich schon mehrfach sehr konstruktiv für das Lektorat von Geschichten zusammengearbeitet habe) zusammengestellt wurde. Basierend auf Grafiken von Andreas Schwietzke (hier geht’s zu seinem Facebook-Profil, da findet ihr auch mehr Bilder), aus denen sich die teilnehmenden Autoren eines aussuchen sollten, entstand ein Band, der Bilder und Geschichten enthält. Auf den Motiven der Bilder basierend, aber ohne weitere Einflussnahme oder Vorgaben vonseiten des Künstlers, sollten die Autoren Geschichten schreiben. Tja, ich suchte mir ein Bild namens „Alioth“ aus (das findet ihr hier) und begann damit, einen Plot zu stricken, der mir beim Betrachten des Bildes in den Sinn kam. Irgendwas düsteres, einsames sollte es werden, und was soll ich sagen, das ist es geworden. „Alioth“ ist eine für …

Saal mit gepolsterten Stühlen, vielleicht ein Theater

Mal was anderes … ich schreibe ein Theaterstück!

Kurzgeschichten, Gedichte, irgendwann mal ein Roman – das sollte jetzt niemanden überraschen. Das mache ich durchaus und kann auch schon die eine oder andere Referenz nachweisen (naja, bis auf den Roman, aber der kommt noch). Nun aber mache ich etwas für mich gänzlich Neues: Ich schreibe ein Theaterstück! Und zwar für das „Theaterpack“ aus Leipzig. Ja, die heißen wirklich so. Worum geht’s dabei? Das „Theaterpack“ veranstaltet dann und wann Krimidinners, bei denen natürlich ein Plot für ein Theaterstück benötigt wird. Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, meine Talente in diesem Bereich mal auszuprobieren. Meine Geschichten sind oft ohnehin so angelegt, dass ich eine Drehbuchversion im Hinterkopf habe beim Schreiben. Wie schwer kann es also sein, ein Theaterstück zu schreiben … naja, mal sehen 😛 Eine Idee habe ich, einen Plot mit Charakteren baue ich gerade, die üblichen kleinen Details, Twists etc. werden natürlich auch nicht fehlen. Aber für ein Ensemble von vier Schauspielern und für eine öffentliche Aufführung vor Publikum zu schreiben ist dann doch was anderes, als eine Kurzgeschichte zu verfassen, die in meinem …

Zitat aus der Kurzgeschichte "Isabelle" von Sascha Dinse, Horror

Was „Isabelle“ mit „Crash“ und „Lost Highway“ zu tun hat

First things first. Ich freue mich außerordentlich, dass meine „Isabelle“ es zu einer Veröffentlichung in der Jubiläumsausgabe der deutschen Horroranthologie „Zwielicht“ (nämlich in „Zwielicht 10“) geschafft hat. Nach „23b“ und „Endstation“ liefere ich nunmehr meine dritte Kurzgeschichte in der Anthologiereihe ab. Und, soviel kann ich versprechen, wem die anderen beiden gefallen haben, der wird auch seinen Spaß mit „Isabelle“ haben. Blutiger, kranker und sogar noch zynischer als die Vorgängerinnen, erlaubt „Isabelle“ einmal mehr den Blick in meine inneren Abgründe. Was in der Tat dazu führt, dass Freunde, die „Isabelle“ schon testlesen durften, sich wirklich die Frage stellen, ob meine Gesellschaft nicht doch irgendwie gefährlich ist … Inspiration und ihr Einfluss auf „Isabelle“ Aber was hat denn nun eine meiner Kurzgeschichten mit Filmen zu tun? „Crash“ von David Cronenberg und „Lost Highway“ von David Lynch sind nicht nur zwei meiner absoluten Lieblingsfilme, sondern lieferten maßgebliche Inspiration zu „Isabelle“. Das äußert sich in diesem Fall nicht in offensichtlichen Anspielungen, vielmehr in Grundmotiven. So gibt es in „Lost Highway“ eine Stelle, an der der Hauptcharakter sagt, dass er sich an Dinge …

wellen auf dem meer, schaumkämme, schwarz-weiß

„Alioth“ erscheint 2017 in einer Anthologie

Während ich diesen Artikel schreibe, liegt die lektorierte Fassung von „Alioth“ auf meinem Schreibtisch und harrt der Änderungen, die ich noch vornehmen möchte. Letzter Feinschliff, Politur, wenn man so will. Hier und da ein Füllwort weniger, ein paar stilistische Korrekturen, aber zu ca. 98% ist die Geschichte bereits so, wie ich sie haben möchte. Da ich der Meinung bin, dass jede meiner Veröffentlichungen in bestmöglicher Qualität des Licht der Welt erblicken sollte, nehme ich mir die Zeit dafür, auch wenn es gerade wirklich stressig ist in meinem Leben. Die meisten meiner Geschichten entstehen ausschließlich in meinem Kopf, inspiriert von Dingen, die ich sehe, höre oder anderweitig erlebe. „Alioth“ ist insofern eine kleine Ausnahme, als dass die Inspiration dazu von einem Bild stammt, dem ich nicht zufällig über den Weg gelaufen bin. Vielmehr sprach mich die Lektorin einer früheren Geschichte (siehe „Endstation“, unlängst im Rahmen der „Zwielicht 8“- Anthologie erschienen) darauf an, dass sie vorhätte, eine Sammlung von Geschichten herauszugeben, die alle Bezug zu computergenerierten Bildern eines Digitalkünstlers haben. Also quasi ein Bildband mit von den …

nebliger wald

Wie aus guten Ideen böse Geschichten werden

Ich schreibe ja bekanntermaßen nicht nur Horror (vgl. „Das Alison-Szenario“, „Susan“), aber im Augenblick arbeite ich ausschließlich an gruselig-surrealen Geschichten. Dabei ist für mich eine Sache gleichermaßen aufregend wie faszinierend: das Ausarbeiten einer „bösen“ Grundidee für die Geschichten. Dabei ist „böse“ nicht wörtlich zu nehmen, ich meine eher so eine Art Grundthema, das natürlich in meinen Geschichten letztlich doch immer schräg und mehr oder weniger fies ausfällt. Sagen wir, ich habe eine Grundidee wie in „Endstation“ (grundlegend war es wirklich nur eine sehr kurze Sequenz, nämlich die mit der Hand). Diese Szene war von Beginn an quasi das Zentrum des Plots, auch wenn für den Leser kaum klar wird, dass die Geschichte aus dieser Perspektive entstand. Ich habe dann also eine Idee, die ja allein bei weitem noch keine ganze Geschichte ausmacht. Es müssen also weitere Stränge her, die irgendwie sinnvoll in Beziehung zueinander stehen. Langsam entspinnt sich dann während des Plottens, also des grundsätzlichen Absteckens der Geschichte, ein Netz aus verschiedenen Elementen. Charaktere werden geboren, das Setting verdichtet sich und am Ende ist alles …

schwarz weiß

Perfekt paradox: „Predestination“

Ich mag Zeitreisen. Also die in Filmen oder Büchern. Wenn sie halbwegs vernünftig zuende gedacht sind und nicht nur total unlogischer Quatsch (ja, ich meine dich, „Looper“). Dass im hier vorliegenden Film rein zufällig auch noch meine Schauspielerinnen-Lieblings-Neuentdeckung Sarah Snook mitspielt … reiner Zufall, wie gesagt. Haha. Ich gebe zu, dass ich bei der Recherche nach mehr Filmen mit ihr auf „Predestination“ gestoßen bin, der mich sofort neugierig gemacht hat. Spoilerwarnung: Sowohl der folgende Trailer spoilert aus meiner Sicht relativ viel, als auch mein Text dazu. Wer sich den Film noch zu Gemüte führen will, sollte daher am besten hier aufhören und sich schleunigst zur (Online)-Videothek seines Vertrauens aufmachen. In der Flatrate gibt’s „Predestination“ derzeit wohl nur bei Maxdome. Für Zeitreisefreunde eine Empfehlung, allerdings ist es absolut kein actionlastiger Film, sondern eher ein sich gemächlich aufbauendes Drama mit, besonders zum Ende hin, philosophischer Note. So, wie gesagt, wer nicht gespoilert werden möchte, sollte aufhören, weiterzulesen. Jetzt. Und auch nicht den Trailer anschauen, der zeigt nämlich leider mal wieder einige der Schlüsselsequenzen. Noch da? Also gut. …

Sascha Dinse, Schriftsteller, Urban Horror und Science-fiction

Inspiration: „Jessabelle“

Zugegeben, vom Plot her ist „Jessabelle“ nichts wirklich Besonderes. Geisterkram, ein paar Twists, unheimliche Erscheinungen und ein genretypisches Ende. Doch die Hauptdarstellerin hat es mir angetan, sieht Sarah Snook doch aus wie eine Person, die ich mal sehr, sehr mochte. Als ich durch Zufall über „Jessabelle“ stolperte, war es schon irgendwie merkwürdig, einen Film anzuschauen, in dem die Hauptperson einen die gesamte Laufzeit über an jemanden aus einem früheren Leben erinnert. Merkwürdig, aber auf eine angenehme Art. Dabei hat „Jessabelle“ neben der (zumindest für mich) attraktiven Hauptdarstellerin durchaus einige wirklich gruselige Szenen zu bieten. Beginnt der Film eher ruhig mit nur ein paar unheimlichen Sequenzen, so traf mich die Badewannenszene ziemlich unvorbereitet. Autsch, das war wirklich böse. Einiges zum Ende hin ist schon arg konstruiert, die Atmosphäre ist aber schön creepy, die Schauspieler sind gut gewählt und alles in allem ist „Jessabelle“ ein empfehlenswerter Film für Genrefreunde. Und abschließend noch ein Lied, das mir unweigerlich in den Sinn kam. Erinnerungen und Assoziationen sind schon eine witzige Sache, nicht wahr? Hach.

Sonnenuntergang in Berlin, Spreeufer

Warum ich schreibe

Auf die Frage, warum ich schreibe, antworte ich meist instinktiv: „Weil ich muss.“ Und das ist die Wahrheit. Nicht weil mich materielle Zwänge oder Personen dazu bringen würden, sondern weil ich das Abwerfen von seelischem Ballast als Ventil brauche. Gerade in Zeiten voller Umwälzungen, voller beruflichem Stress und persönlicher Spannungen, wenn normalen Menschen vielleicht einfach Ablenkung suchen würden, stauen sich in mir Ideen und Gedanken an. Sofern ich diese nicht behelfsmäßig ableiten kann, wird’s schwierig. Abends, direkt vor dem Einschlafen, habe ich oft die besten Plotideen. Irgendwie hat der Verstand den ganzen Tag gearbeitet, aber in der Hektik des Alltags werden Ideen nicht greifbar. Abends, wenn der Stress sich legt, kommen die Ideen an die Oberfläche. Dann greife ich zum Smartphone, werfe Evernote an und mache mir Notizen zu Plots. Das ist entlastend. Ich empfinde es als physisch und psychisch ungemein anstrengend, Ideen unaufgeschrieben, unausgedrückt mit mir herumtragen zu müssen. Umso unerträglicher ist es, diese Dinge lange nicht loswerden zu können. Plotideen, Charaktere und besonders die oft gemeinen Twists sind quasi eine Manifestation meiner Gefühle, wenn …

Screenshot aus "Life is strange"

Life is Strange – mehr als ein Spiel

Seit langem schon hat mich kein Computerspiel mehr emotional so berührt wie „Life is Strange“. Fünf Episoden lang führte ich Max Caulfield durch das Küstenstädtchen Arcadia Bay, hatte Visionen einer zerstörerischen Zukunft, fand eine alte Freundin wieder, musste Entscheidungen treffen und am Ende … wünschte ich, dass ich noch mehr Zeit mit Max und Chloe verbringen könnte. Im letzten Akt des Spiels, der übrigens selbst im Gegensatz zum Rest der Story (in der schon Zeitreisen, Entscheidungen über Leben und Tod, Butterfly-Effect-mäßiges Verändern der Wirklichkeit und einiges mehr vorkam) mal so richtig schräg war, fragte ich mich die ganze Zeit über, wie es wohl enden würde. Dass mich eine Geschichte mitnimmt, merke ich oft daran, dass ich zu den unmöglichsten Zeiten daran denken muss. So ging es mir beispielsweise bei „Dead Space“, einem sehr blutigen und sehr düsteren Sci-fi-Horror-Survivalspiel, das eigentlich gar keine so komplexe Geschichte erzählte. Aber der Hintergrund, die Unitology-Church, die Necromorph, der Marker, die geheimnisvolle Alienschrift und all das zogen mich sehr in ihren Bann. Nicole is dead, by the way. Und so …

Wanderung im Nebel

Musikalische Inspiration beim Schreiben

Gerade arbeite ich an „Scherben“, einer sehr persönlichen und selbst für meine Verhältnisse trostlosen und gemeinen Horrorgeschichte. Um in die richtige Stimmung kommen, läuft daher auch entsprechend düstere Musik. Fangen wir an mit einem absoluten Klassiker. „Necrophilia“ von Suicide Commando. Und weiter geht’s mit „Hypoxia“ von Velvet Acid Christ, auch sehr finster. Ich liebe diese Stücke von VAC. Wenn’s mal nicht ganz so düster sein muss, dann gern auch Orphx, hier z.B. mit „What will burn“. Das könnte ich auch gut beim Sci-fi-Schreiben hören. Ansonsten höre ich viel Cell und AES Dana und sowas, eher die ruhige Fraktion. Hier mal „Risky Nap Under Blue Tree“ von Cell, das ist wirklich sehr schön. Weite Teile von „23b“ sind dazu entstanden. Und zum Abschluss unserer kleinen musikalischen Rundreise noch was von AES Dana, nämlich „Horizontal Rain“, auch sehr nett.