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nebliger wald

Wie aus guten Ideen böse Geschichten werden

Ich schreibe ja bekanntermaßen nicht nur Horror (vgl. „Das Alison-Szenario“, „Susan“), aber im Augenblick arbeite ich ausschließlich an gruselig-surrealen Geschichten. Dabei ist für mich eine Sache gleichermaßen aufregend wie faszinierend: das Ausarbeiten einer „bösen“ Grundidee für die Geschichten. Dabei ist „böse“ nicht wörtlich zu nehmen, ich meine eher so eine Art Grundthema, das natürlich in meinen Geschichten letztlich doch immer schräg und mehr oder weniger fies ausfällt. Sagen wir, ich habe eine Grundidee wie in „Endstation“ (grundlegend war es wirklich nur eine sehr kurze Sequenz, nämlich die mit der Hand). Diese Szene war von Beginn an quasi das Zentrum des Plots, auch wenn für den Leser kaum klar wird, dass die Geschichte aus dieser Perspektive entstand. Ich habe dann also eine Idee, die ja allein bei weitem noch keine ganze Geschichte ausmacht. Es müssen also weitere Stränge her, die irgendwie sinnvoll in Beziehung zueinander stehen. Langsam entspinnt sich dann während des Plottens, also des grundsätzlichen Absteckens der Geschichte, ein Netz aus verschiedenen Elementen. Charaktere werden geboren, das Setting verdichtet sich und am Ende ist alles …

Wie einer meiner Plots entsteht

Welten zu entwerfen, sich Charaktere auszudenken, Handlungsstränge zu entwickeln, Leserinnen und Leser gekonnt durch eine Geschichte zu führen, die spannend, wendungsreich und unvorhersehbar ist – das ist es, was ich unter „Schreiben“ verstehe. Ob Kurzgeschichte oder Roman, beide brauchen das, was man „Plot“ nennt. Quasi den roten Faden, um den herum die handelnden Figuren und Ereignisse arrangiert werden. Am Anfang meiner Geschichten steht in den allermeisten Fällen kein fertiger Plot, sondern eine Idee. Das kann ein Satz sein, das kann eine bestimmte Situation sein, das kann ebenso bereits das Ende einer Geschichte sein – fast ausnahmslos entsteht der richtige Plot, also die tatsächliche Geschichte, erst in einem Prozess. Dieser Prozess ist für mich das Spannendste am Schreiben, gleichzeitig aber auch das Anstrengendste. Wer mal etwas von mir gelesen hat, z.B. „Das Alison-Szenario“ oder „23b“, wird spätestens am Ende der Geschichten merken, dass die Handlungsstränge teilweise recht komplex sind und nicht unbedingt in der richtigen chronologischen Reihenfolge vorliegen. Ich mag diese Art Geschichten, in denen etwas hin und her gesprungen wird zwischen Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart, …