Alle Artikel mit dem Schlagwort: startseite

Eine Frage des Preises. Oder der Qualität?

Gerade habe ich mal wieder einen Post in einer der Self-Publisher-Gruppen in diesem „Facebook“ gelesen, in dem es darum ging, welchen Preis man z.B. für ein 500-Seiten starkes Buch verlangen sollte. Eine Frage, die ich mir auch schon oft gestellt habe. Der Roman, an dem ich arbeite, wird wahrscheinlich mindestens diesen Umfang haben, ich möchte ihn zwar in einem Verlag veröffentlichen, aber die Diskussion ist quasi dieselbe. Muss ein Buch billig sein, um gekauft zu werden? Oder reicht Qualität? Was sind Leser*innen bereit, für ein gutes Buch auszugeben. Amazon hat bereits vor einer ganzen Weile eine Flatrate eingeführt, genannt „Kindle Unlimited“, bei der man für 9,99 € monatlich alle Bücher lesen kann, die am Programm teilnehmen. „Kindle Unlimited“ ist quasi das Spotify der Schriftstellerei, mit allen Vor- und (aus meiner Sicht) auch Nachteilen. Natürlich hätte ich damit die Chance, auch meine e-Books (denn natürlich gilt das Programm nur für e-Books) ins Flatrate-Programm aufnehmen zu lassen. Doch will ich das? Abseits dieser Flatrate-Idee, die grundsätzlich vielleicht ein zukunftsträchtiges Modell ist (immerhin kaufe auch ich nur noch …

nebliger wald

Wie aus guten Ideen böse Geschichten werden

Ich schreibe ja bekanntermaßen nicht nur Horror (vgl. „Das Alison-Szenario“, „Susan“), aber im Augenblick arbeite ich ausschließlich an gruselig-surrealen Geschichten. Dabei ist für mich eine Sache gleichermaßen aufregend wie faszinierend: das Ausarbeiten einer „bösen“ Grundidee für die Geschichten. Dabei ist „böse“ nicht wörtlich zu nehmen, ich meine eher so eine Art Grundthema, das natürlich in meinen Geschichten letztlich doch immer schräg und mehr oder weniger fies ausfällt. Sagen wir, ich habe eine Grundidee wie in „Endstation“ (grundlegend war es wirklich nur eine sehr kurze Sequenz, nämlich die mit der Hand). Diese Szene war von Beginn an quasi das Zentrum des Plots, auch wenn für den Leser kaum klar wird, dass die Geschichte aus dieser Perspektive entstand. Ich habe dann also eine Idee, die ja allein bei weitem noch keine ganze Geschichte ausmacht. Es müssen also weitere Stränge her, die irgendwie sinnvoll in Beziehung zueinander stehen. Langsam entspinnt sich dann während des Plottens, also des grundsätzlichen Absteckens der Geschichte, ein Netz aus verschiedenen Elementen. Charaktere werden geboren, das Setting verdichtet sich und am Ende ist alles …

Sascha Dinse, Schriftsteller, Urban Horror und Science-fiction

Urban Horror &
Science-fiction. Eine Erklärung.

Damals, ganz viel früher, da war die Welt noch einfach. Es gab nur eine Handvoll Genres von Musik, Literatur und Filmen, Buchläden hatten ein paar verschiedene Ecken, im Plattenladen gab’s leicht verständliche Sortierungen. Moderne Zeiten und das Internet haben diese Einfachheit in etwas verwandelt, das nur als Überdifferenzierung beschrieben werden kann – buchstäblich jeder Künstler erfindet für sich selbst ein quasi eigenes Genre, um sich, wenn schon nicht unbedingt qualitativ, so doch durch die Genrezuordnung abzuheben. So gibt es (mein persönlicher „Favourit“ übrigens) das Genre der sog. „Chick Lit“, Mädchen- und Frauenliteratur, häufig sehr kitschig, pseudo-erotisch und wirklich teils sehr banal. Angrenzend gibt’s dann jede Menge weitere Genres, allesamt hübsch marketingwirksam zusammengesteckte Begrifflichkeiten. Ökonomisch ist das sicher sinnvoll. Im völlig überschwemmten Markt, besonders im Bereich Self-Publishing, ist es heute viel schwerer geworden, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. „Urban Horror“ – Was zur Hölle soll das denn sein? Erzähle ich jemandem, dass ich Kurzgeschichten schreibe, stellt sich wohl jeder was anderes darunter vor. Erzähle ich indes, dass ich Horror schreibe, nun ja, auch dann stellt sich jeder noch was …

Isabelle, Jill & Zoe - Figuren aus den Kurzgeschichten von Sascha Dinse

Um der Perfektion willen

Wenn ich mir Autor*innen anschaue, die zum Teil mehrere Romane pro Jahr veröffentlichen, bin ich gleichermaßen beeindruckt wie verunsichert. Wie machen die das? Wie schaffen die es, so schnell und gleichzeitig tiefgehend und komplex zu schreiben? Oder machen die das gar nicht, sondern legen mehr Wert auf Masse? Warum brauche ich eine gefühlte Ewigkeit, um auch nur eine einzige Geschichte fertig zu schreiben? Und welches Vorgehen ist besser, sinnvoller, langfristig Erfolg versprechender? Fragen über Fragen. Ich sitze zum Teil an einigen meiner Geschichten Wochen, wenn nicht Monate, bis ich endlich bereit bin, sie in die Welt zu ent- bzw. auf die Leserschaft loszulassen. „Endstation“ hat mich insgesamt Monate gekostet, bis es soweit gereift war, dass ich es als fertig angesehen habe. Zum einen lag das am immer noch aktuellen Zeitmangel, den mein Hauptberuf mit sich bringt, zum anderen weist „Endstation“ eine sehr komplexe Geschichte auf, die sich erst beim mehrmaligen Lesen richtig entfaltet. Zoe ist mir als Charakter so sehr ans Herz gewachsen, dass ich darüber nachdenke, wie ich sie irgendwo anders noch einmal auftreten …