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DKZV? Nein, danke!

Jeder Autor kennt das: Man hat da was zu (digitalem) Papier gebracht und möchte es veröffentlichen. Klar, auf dem eigene Blog oder über Dienste wie issuu geht das natürlich, die Reichweite ist aber bescheiden und mit einem richtigen Buch hat das nichts viel zu tun.

Self-Publishing käme infrage, aber dazu muss man sich mit der Materie schon eingehender beschäftigen, sich mit Vor- und Nachteilen auseinander setzen und so weiter. An Ausschreibungen teilnehmen kann funktionieren (ich bin da ein gutes Beispiel), so gelangt man zu ersten Veröffentlichungen, zumindest im Bereich Kurzgeschichten. Allerdings nimmt man hier teilweise Wartezeiten bis zu mehreren Monaten in Kauf, von einer schnellen Veröffentlichung keine Spur. Ein Romanmanuskript direkt an einen etablierten Verlag zu schicken zeugt zwar von Selbstbewusstsein, ist aber für unbekannte Autoren eher aussichtslos.

Was also tun?
Es gibt jede Menge Verlage, die sich bereiterklären, Newcomer-Autor*innen unter die Arme zu greifen … aber die Sache hat oft einen Haken. Allzu schnell läuft man Gefahr, auf einen sogenannten „Druckkostenzuschuss-Verlag“ hereinzufallen. Das sind Verlage, die für die Produktion des eigenen Buches Geld vom Autoren verlangen. Letzlich bezahle ich also dafür, dass mein Buch veröffentlicht wird. Eigentlich sollte es anders herum sein –  eigentlich sollte ein Verlag sich meines Buches annehmen, wenn er es gut findet, und es auf seine Kosten veröffentlichen. So machen seriöse Verlage das.

Nicht aber DKZVs – Druckkostenzuschuss-Verlage. In meiner facebook-Timeline wird seit einiger Zeit diese Werbeanzeige eingeblendet. Offenbar hat facebook mitbekommen, dass ich Autor bin und hier funktioniert das „Targeting“ offenbar ganz gut. Liest sich ja erst mal nicht schlecht: „Internationaler Verlag sucht neue Autoren und Manuskripte. Kostenlose Autorenberatung!“ Tja, hmm, also wenn ein Verlag eine Sorge nicht hat, dann ganz sicher, neue Autoren zu finden. Autoren gibt es wie Sand am Meer. Wenn ein Verlag also darauf angewiesen ist, mittels facebook-Werbung Autoren zu suchen, dann ist es entweder einer der einzige Verlag auf der Welt, der nicht von Autoren mit Manuskripten überrannt wird – oder eben ein DKZV. Diese Art „Verlag“, gern auch als Pseudo-Verlag bezeichnet, verdient nicht am Verkauf der Werke an Leser (wie es eigentlich sein sollte), sondern daran, dass die Autoren selbst (!) die Produktion ihres Buches refinanzieren.

novum

Egal wie verlockend die Aussicht auf eine eigene Veröffentlichung auch sein mag – Finger weg von DKZVs! Der einzige, der davon was hat, ist der Verlag selbst. Lektorat, Covergestaltung, Auspreisung –  all das, was ein seriöser Verlag auch in eigenem Interesse möglichst gut macht, weil er ja am Verkauf der Bücher verdient – wird bei DKZVs oft vernachlässigt. Es ist ja auch nicht nötig, das Buch ist je bereits durch den Autor refinanziert!

Auf facebook gibt es z.B. eine Gruppe zu diesem Thema namens „NEIN zu Druckkostenzuschussverlagen/Pseudoverlagen„, in der man aktuelle Informationen zu DKZVs und deren Geschäftsmodell erhält. Und man sollte sich von DKZVs auch nicht mit falschen Versprechungen locken lassen – ein echter Verlag lässt seine Autoren nicht zahlen, damit eines ihrer Werke veröffentlicht wird.

Und letztlich: Wenn das, was man schreibt, gut ist, wird man irgendwann auch einen echten, seriösen Verlag davon überzeugen, es zu veröffentlichen. Nicht jedem Verleger gefällt alles, das ist klar und damit muss man sich arrangieren. Eine Absage bedeutet nicht unbedingt, dass die Qualität der eigenen Texte schlecht ist, vielleicht trifft man einfach nicht den Geschmack. Einfach hartnäckig weiter versuchen und – ganz wichtig! – selbstkritisch sein und an sich arbeiten. Dann klappt das auch mit einem richtigen Verlag.

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