kurzgeschichten, lesung, persönliches, science-fiction
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Nach der Lesung ist vor der Lesung

Sascha Dinse, Schriftsteller, Horror und Science-fictionWas für den Musiker das Spielen vor Publikum, das ist für den Schriftsteller die Lesung. Ich muss gestehen, dass ich sehr viel aufgeregter war, als ich erwartet hätte. Eigentlich verdiene ich meinen Lebensunterhalt derzeit als Dozent, erkläre also Menschen die unterschiedlichsten Dinge, halte Vorträge, moderiere Diskussionen … doch es ist durchaus etwas ganz anderes, aus den eigenen Werken vorzulesen.

Das Vermitteln von Lehrstoff oder das freie Sprechen vor vielen Menschen bereiten mir keinerlei Probleme. Doch andere mitzunehmen in meine innerste Gedankenwelt, die nicht nur teils sehr surreal und merkwürdig, sondern eben auch sehr persönlich ist – das fühlt sich anders an. Ohne zu wissen, wie die Geschichte beim Publikum ankommen wird, muss ich in’s kalte Wasser springen und trotz Aufregung und Selbstzweifeln (ich bin bei weitem unsicherer, was meine Kunst angeht, als es nach außen vielleicht den Anschein hat) eine gute Leistung abliefern.

Bühne in der "12 Grad Aetherloge" Berlin, dort finden auch Lesungen statt

Meine Bühne an diesem Abend. Die Gitarren kamen bei meiner Lesung nicht zum Einsatz.

Die „12 Grad Aetherloge“ bietet die perfekte Kulisse für eine Science-fiction-Lesung. In der Steampunk-Bar in Berlin Friedrichshain gab ich am 07.01.2016 also „Susan“ zum Besten, eine Geschichte, die so gar nicht Sci-fi-mäßig anfängt, stellenweise gruselig wird und erst am Schluss alle Bausteine aufeinander legt, damit diese ein Ganzes ergeben. Nachdenklich, für meine Verhältnisse ausgesprochen romantisch, dabei anspruchsvoll und komplex (wenn man nicht aufmerksam zuhört, begreift man viele Elemente nicht), so würde ich „Susan“ beschreiben.

Wandgemälde in der "12 Grad Aetherloge" in Berlin

So sieht’s in der „12 Grad Aetherloge“ aus. Sehr, sehr schickes Wandgemälde.

Natürlich fühlte ich mich sehr erleichtert, als die Zuhörerschaft bereits nach der ersten Pause zum Ausdruck brachte, dass sie kaum erwarten kann, den Rest der Geschichte zu hören. Es fällt mir schwer, mich in die Wahrnehmung anderer hineinversetzen zu können, wenn es um meine Geschichten geht. Ich kenne ja den Plot, kenne die versteckten Andeutungen, weiß wie es enden wird. Doch ob das auch bei den Hörer*innen so ankommt, vermag ich nicht vorherzusagen.

Minimalistisches Setup für die Lesung aus "Susan" von Sascha Dinse

Das minimalistische Setup passte sehr gut zur Atmosphäre der Geschichte.

Hier ein paar Minuten vom Anfang der Lesung aus „Susan“. Sie erscheint demnächst in einer Anthologie im Amrûn-Verlag.

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Ich freue mich schon sehr darauf, bald wieder Lesungen zu halten. Gerade arbeite ich noch am Lektorat von „Endstation“ (welches dann im Frühjahr in der Anthologie „Zwielicht 8“ erscheint), schreibe aber ab nächster Woche weiter an „Dunkler Ort“, aus welchem ich am 23.01.2016 ebenfalls in der Aetherloge lesen werde.

Ich bedanke mich noch einmal bei allen Teilnehmer*innen für die Anwesenheit und hoffe, dass ihr auch nächstes Mal wieder mit von der Partie seid.

Aktuelle Termine findet ihr auf der Veranstaltungen-Seite.

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