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Perfekt paradox: „Predestination“

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Ich mag Zeitreisen. Also die in Filmen oder Büchern. Wenn sie halbwegs vernünftig zuende gedacht sind und nicht nur total unlogischer Quatsch (ja, ich meine dich, „Looper“). Dass im hier vorliegenden Film rein zufällig auch noch meine Schauspielerinnen-Lieblings-Neuentdeckung Sarah Snook mitspielt … reiner Zufall, wie gesagt. Haha. Ich gebe zu, dass ich bei der Recherche nach mehr Filmen mit ihr auf „Predestination“ gestoßen bin, der mich sofort neugierig gemacht hat.

Spoilerwarnung: Sowohl der folgende Trailer spoilert aus meiner Sicht relativ viel, als auch mein Text dazu. Wer sich den Film noch zu Gemüte führen will, sollte daher am besten hier aufhören und sich schleunigst zur (Online)-Videothek seines Vertrauens aufmachen. In der Flatrate gibt’s „Predestination“ derzeit wohl nur bei Maxdome. Für Zeitreisefreunde eine Empfehlung, allerdings ist es absolut kein actionlastiger Film, sondern eher ein sich gemächlich aufbauendes Drama mit, besonders zum Ende hin, philosophischer Note.

So, wie gesagt, wer nicht gespoilert werden möchte, sollte aufhören, weiterzulesen. Jetzt. Und auch nicht den Trailer anschauen, der zeigt nämlich leider mal wieder einige der Schlüsselsequenzen.

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Noch da? Also gut. Worum geht’s in „Predestination“ und warum mochte ich den Film? Nein, nicht nur wegen einer sehr wandelbaren und glaubwürdigen Sarah Snook, sondern weil der Plot zwar langsam in die Gänge kommt, am Ende aber doch ganz schön vertrackt ist. Damit wären wir auch gleich bei den zwei Problemen des Films: Zum einen haben wir es hier mit einer „Zurück in die Zukunft“-Zeitreise-Version zu tun, in der man also die eigene Vergangenheit und Zukunft quasi linear manipulieren kann. Das mag für Filme günstig sein, aus theoretisch-physikalischer Sicht und angesichts der von mir geglaubten Viele-Welten-Theorie ist es aber Quatsch. Andererseits: es ist ein Film. Und als solcher funktioniert „Predestination“ ziemlich gut. Zweites Problem: Das seeeeeeeehr langsame Erzähltempo in der ersten Hälfte des Filmes. Wer den Trailer gesehen hat, erwartet deutlich mehr Action, als der eigentliche Film bietet. Das Kennenlernen der Charaktere und der Rückblick ins Leben der von Sarah Snook gespielten Person dauert wirklich ewig. Alles interessant und später auch noch wichtig, aber etwas gestraffter hätte das schon sein dürfen. So wirkt denn die zweite Hälfte des Films beinahe etwas gehetzt. Da wird in der Zeit rumgesprungen, ein Bombenleger wird gejagt und am Ende stellt sich raus, wer die handelnden Personen eigentlich sind. Paradox ist das Ganze auf jeden Fall, bietet Stoff für Diskussionen und hat mich trotz der grundsätzlich simplen Geschichte ganz gut gepackt, wenngleich besonders ein Twist schon ziemlich weit hergeholt schien … in der Gesamtheit der Geschichte aber durchaus Sinn ergibt.

Trotz linearem Zeitreisemodell und einigen nicht beantworteten Fragen (wobei es im Film ja genau darum geht, dass in paradoxen Situationen manche Fragen wohl einfach nicht beantwortet werden können) kann ich „Predestination“ empfehlen. Wer allerdings Popcorn-Kino erwartet, wird enttäuscht werden. Der Film bietet kaum spektakuläre Szenen, sondern legt mehr Wert auf die Geschichte der Protoganisten.

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