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Rezension: „Dexter’s Final Cut“ von Jeff Lindsay

Dexter Morgan, eine der inspirierendsten Romanfiguren überhaupt, feiert seinen mittlerweile siebten Auftritt. Abseits der Fernsehversion, die auch großartig ist, stellen die Romane rund um Dexters Leben und Wirken (muhaha) einen eigenen Kosmos dar.

Als ich vor Jahren mit „Darkly Dreaming Dexter“ anfing, hatte mich Jeff Lindsays Schreibstil sofort gepackt. Die Mischung aus zynischem Humor, interessanten Charakteren und spannenden Geschichten ist mir überaus sympathisch. Und das hat sich über die zurückliegende sechs Romane bis zum aktuellen gehalten.

„Dexter’s Final Cut“ erweitert die Charakterzeichnung der Hauptfigur um einen interessanten Aspekt: seinen Hunger nach Anerkennung und Ruhm. Im Fahrwasser einer äußerst sympathisch gezeichneten Schauspielerin, zu deren Bodyguard Mr. Morgan zwischenzeitlich wird, erlebt Dexter, wie es sich anfühlt, um Zentrum des öffentlichen Interesses zu stehen. Natürlich stehen auch diesmal Dexters eigene Aktivitäten und ein mysteriöser Mörder im Mittelpunkt, dennoch habe ich die Figur der Jackie (eben jene Schauspielerin) sehr schnell ins Herz geschlossen. Vielleicht zeichnet Lindsay sie allzu menschlich und beinahe völlig unverdorben und Ruhm und Geld, aber sei‘s drum. Ich mag sie.

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Ohne spoilern zu wollen, endet dieser Dexter-Roman weitaus düsterer und tragischer als die vorangegangenen. Es kommt nicht häufig vor, dass ich am Schluss eines Buches einen Kloß im Hals habe, doch genau das ist hier passiert. Klar muss ein wenig Tragik her, aber in der Kombination, die Lindsay hier präsentiert war das schon ziemlich herb. Es bleibt abzuwarten, wie es mit dem nächsten „Dexter“ weitergeht.

Schreibstiltechnisch bleibt Lindsay sich treu. Detaillierte Charakterstudien seines Haupthelden, jede Menge psychopathischer Gedanken und die Abwesenheit echter Emotionen (naja, diesmal merkt man schon, dass irgendwo noch ein wenig Mensch in Dexter Morgan steckt) im Zusammenspiel mit mehr oder minder skurrilen Figuren und der ein oder anderen Schilderung durchaus grausamer Morde machen auch „Dexter’s Final Cut“ zu einem Erlebnis für Freunde des Makaberen.

Für die, denen die anderen Dexter-Romane gefallen haben, kann ich eine absolute Empfehlung aussprechen. Alle anderen sollten tatsächlich von vorn anfangen, denn selbst wenn die Romane nur lose mit einander zu tun haben, so sind doch einige Dinge (Dexters Familie und Kinder, seine Beziehung zu seiner Schwester etc.) wichtig, um zu verstehen, wie es in ihm aussieht.

Also, loslaufen und „Darkly Dreaming Dexter“ kaufen! Und danach die anderen Bände. Und nebenbei lohnt es sich in der Tat, sie Serie zu schauen. Die Staffeln wurden bis zur finalen hin tatsächlich immer besser. Mein Highlight war dabei die fünfte Staffel mit einer unglaublich intensiv spielenden Julia Stiles. Da sich die Geschichten der Romane und der Serie total voneinander unterscheiden, lohnt sich tatsächlich beides sehr.

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