Alle Artikel mit dem Schlagwort: perspektive

Berlin Mitte mit untergehender Sonne, Alexanderplatz in Schwarz-Weiß

Eine Frage der Perspektive

Ein Freund meinte vor einiger Zeit zu mir, er hätte das Lesen von „Das Alison-Szenario“ sehr genossen, es sei aber anfangs schwierig gewesen, sich an die Erzählperspektive zu gewöhnen. Dazu muss man wohl kurz erläutern, dass ich stets aus der ersten Person und im Präsens erzähle. Bedeutet, meine Geschichten werden komplett aus den Augen und dem Verstand des Hauptcharakters erzählt. Ich verzichte bewusst auf den alleswissenden Erzähler, der parallel auch die Handlungen anderer Personen darstellt. Und ich mag die Vergangenheitsform nicht. Ehrlich gesagt kann ich nicht mal nachvollziehen, warum „Ich ging die Straße entlang.“ von vielen Lesern als besser (?) empfunden wird als „Ich gehe die Straße entlang.“ Für mich stellt letztere Version die weitaus packendere und direktere Erzählweise dar. Das mag damit zusammenhängen, dass in meinen Geschichten oft nicht so recht klar ist, ob sich alles auch wirklich so abspielt, wie der Protagonist es erlebt, oder ob ihm seine Wahrnehmung nicht doch einen Strich durch die Rechnung macht. Besonders die Schilderung solcher Ereignisse (mit Menschen reden, die eigentlich nicht da sind, zum Beispiel), deren Bedeutung …