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Time is not the boss of me. Is it?

Den Kopf voller Ideen, nach einem anstrengenden Arbeitstag müde nach Hause kommen, nur noch auf’s Sofa sinken wollen – das kommt mir mehr als bekannt vor. Jetzt noch schreiben? Ja. Irgendwie schon. Aber es geht einfach nicht. Tagsüber mehrere Stunden am Stück Menschen Dinge erklären (was Spaß macht), viel reden, ständig konzentriert sein, auf Fragen eingehen, mitdenken, kaum eine Sekunde entspannen können, das zehrt weitaus mehr an den vor allem geistigen Kräften, als man es sich vielleicht vorstellen mag.

Sascha Dinse, Schriftsteller, Horror und Science-fictionDoch ich will ja schriftstellerisch vorankommen. Aber ach!, wie soll das gelingen. Neben meinem Brotjob als freiberuflicher Dozent habe ich noch eine redaktionelle Nebentätigkeit, die ebenfalls Geld ins Haus bringt. Denn seien wir ehrlich: mit den Genres, die ich schreibe, verdiene ich frühestens in zehn Jahren mal Geld. Surrealer, wirklichkeitsverschiebender Horror und nachdenklich-misanthropische Science-fiction sind nicht unbedingt die Richtungen, die sich weit oben in den Bestsellerlisten finden. Fast bin ich neidisch auf die Autor*innen, die neben einem Job noch jeden Tag die Zeit und Kraft finden, sich dem Schreiben zu widmen. Zwar habe ich mir fest vorgenommen, in 2016 mehr Zeit für’s Schreiben freizumachen … ob das gelingen wird, steht freilich in den Sternen. Als Single (zum Glück! möchte ich beinahe sagen, sonst bliebe noch weniger Zeit) kann ich mir meine Freizeit (Euphemismus für „zu Hause Arbeite“) zwar einteilen, wie ich mag, doch wenn kaum Freizeit bleibt, ist auch nichts einzuteilen. Schließlich muss ich irgendwann auch regenerieren.

Vielleicht bin ich aus selbst ein wenig Schuld an der Misere, weil ich mir Plots und Geschichten ausdenken, die teils sehr komplex sind. Ich brauche Zeit, mich hineinzudenken, Handlungsfäden zu stricken, Twists auszuhecken, an Formulierungen zu feilen, Korrektur zu lesen und so weiter … das macht es nicht einfacher. Die Qualität stimmt zwar, aber die Quantität lässt gerade arg zu wünschen übrig. Sich selbst Deadlines setzen funktioniert eher so gar nicht. Externe Deadlines hingehen sind großartig, aber leider kommen diese selten vor, wenn man nicht gerade Auftragsarbeiten anfertigt.

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich werde in 2016 versuchen, deutlich mehr zu Papier zu bringen, als ich es in 2015 geschafft habe. Einige Geschichten sind schon länger in Arbeit, die sollen endlich fertig werden, damit endlich auch das Projekt „Eigene Anthologie“ mal Formen annehmen kann.

Wir werden sehen. Hoffentlich bald.

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sascha dinse. berlin. horror. science-fiction. kurze geschichten. lange geschichten. immer düster. immer mit doppeltem boden. manchmal mehr böden.

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