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3D-Grafik von Andreas Schwietzke, Cover der Anthologie "Inspiration"

„Inspiration“ – Grafik trifft Geschichten

So, die nächste Veröffentlichung steht in den Startlöchern. Diesmal von meiner Seite kein Horror, sondern Science-Fiction. Naja, gruselig ist es stellenweise schon, aber die philosophischen Sci-fi-Elemente überwiegen. Doch bevor ich zu einer kurzen Beschreibung meiner Geschichte „Alioth“ komme, erst mal ein paar einführende Worte zur „Inspiration“.

Ja, „Inspiration“ heißt die Geschichtensammlung, die von Herausgeberin Marianne Labisch (mit der ich schon mehrfach sehr konstruktiv für das Lektorat von Geschichten zusammengearbeitet habe) zusammengestellt wurde. Basierend auf Grafiken von Andreas Schwietzke (hier geht’s zu seinem Facebook-Profil, da findet ihr auch mehr Bilder), aus denen sich die teilnehmenden Autoren eines aussuchen sollten, entstand ein Band, der Bilder und Geschichten enthält. Auf den Motiven der Bilder basierend, aber ohne weitere Einflussnahme oder Vorgaben vonseiten des Künstlers, sollten die Autoren Geschichten schreiben.

Tja, ich suchte mir ein Bild namens „Alioth“ aus (das findet ihr hier) und begann damit, einen Plot zu stricken, der mir beim Betrachten des Bildes in den Sinn kam. Irgendwas düsteres, einsames sollte es werden, und was soll ich sagen, das ist es geworden.

zitat aus "alioth" von sascha dinse

„Alioth“ ist eine für mich typische Sci-fi-Geschichte: reduziert auf das Wesentliche, in sich eher philosophisch als actionlastig, mit den üblichen verwirrenden Sprüngen, die natürlich am Ende ein großes Ganzes ergeben – inklusive Twist am Ende. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, in „Alioth“ kleine Eastereggs einzubauen, die aber nur Mensch*innen verstehen werden, die mit mir W40K spielen ^^ Ich habe mich bemüht, den Twist am Ende möglichst unvorhersehbar zu machen, und hoffe, dass mir das gelungen ist. Wie immer muss man beim Lesen mitdenken, um zu verstehen, was eigentlich geschieht. „Alioth“ spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle, nicht nur als der Stern im Sternbild Großer Bär, sondern als etwas, das unbeschreiblich ist. Ihr werdet sehen …

Natürlich kann ich nicht wissen, welche Inspiration Schwietzke hatte, als er sein „Alioth“ schuf. Doch ich empfand gleich eine gewisse Verbindung zu dem Bild, da ich ohnehin irgendwo in meinem Kopf die Idee zu einer Geschichte hatte, die Einsamkeit und Verlust thematisieren sollte. Ich bin sehr gespannt auf die anderen Geschichten in der Anthologie, da ich weder weiß, welche anderen Bilder, noch welche anderen Autor*innen vertreten sind. Von meiner Seite aus also gruselige Science-Fiction, mal sehen, was die anderen so beigesteuert haben.

Die Bilder- und Geschichtensammlung „Inspiration“ (ein durchaus treffender Titel, denn genau darum geht es ja) soll im Herbst 2017 erscheinen. Parallel erscheint ein Band mit Interviews zwischen dem Künstler und der Herausgeberin, in dem sich beide über die Umsetzung der Bilder in Geschichten unterhalten. Selbstverständlich findet ihr weitere Informationen hier auf dem Blog, sobald die Bände erschienen sind.

Zwielicht 10 ist erschienen und enthält „Isabelle“

Zum nunmehr dritten Mal habe ich eine Geschichte im „Zwielicht“-Horrormagazin unterbringen können. Nach „23b“ in „Zwielicht 5“ und „Endstation“ in Nummer 8 hat es nun meine „Isabelle“ in die Jubliäumsausgabe geschafft. Ich freue mich sehr und bin gespannt, ob meine bislang blutigste Geschichte an die Erfolge ihrer Vorgängerinnen, die beide äußerst positiv aufgenommen wurden, anzuknüpfen vermag.

Zwielicht X ist als Print- und E-Bookausgabe erhältlich, u.a. bei Amazon.

cover zwielicht x horroranthologie

Wie üblich bietet auch die zehnte Ausgabe des Zwielicht-Magazins vielseitigen Horror, sei es nun eher misanthropisch-zynisch wie in meiner „Isabelle“ oder gesellschaftskritisch wie in „Inser der Glückseligen“ oder ziemlich psycho wie in „Mona“ – geneigte Leser*innen werden hier mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen.

inhaltsverzeichnis zwielicht x horroranthologie

Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf „Isabelle“:

beginn der horrorgeschichte "isabelle" von sascha dinse, enthalten in der zwielicht x horroranthologie

Ich wünsche schaurige Unterhaltung!

 

glühlampe auf schwarzem hintergrund

COMING SOON: „Aus finstrem Traum Vol.1“ Geschichtensammlung

Seit einer Weile schon plane ich die Veröffentlichung meiner ersten „eigenen“ Publikation, also abseits von Anthologien, in denen ich nur ein Autor unter vielen bin. Nun bin ich endlich soweit, verlautbaren zu können, dass die Geschichten für Vol.1 feststehen und (tadaa!) bis auf zwei auch fertig geschrieben sind. „Ex inferis“ und „Charlotte“ sind aber auch so gut wie fertig, von daher ist es durchaus realistisch, wenn ich hier ankündige, dass Vol.1 noch diesen Herbst erscheinen wird.

Sascha Dinse, goth as fuck :P Schriftsteller Horror und Science-Fiction

Welche Geschichten werden enthalten sein?

Ich stelle sie euch im Folgenden kurz vor, ohne Spoiler natürlich.

„23b“

Seine Nachbarn kann man sich nicht aussuchen. Doch Jill, die nebenan in Apartment 23b einzieht, scheint wirklich ganz nett zu sein. Wären da nicht einige ziemlich bizarre Dinge, die in den folgenden Tagen ihren Lauf nehmen. Und was zur Hölle ist in diesem Koffer unter dem Bett?

Mein „23b“ erschien in „Zwielicht 5“, schaffte es 2014 zu einer Nominierung für den Vincent-Preis (jaja, Spitzenwortspiel) und belegte dort den sechsten Platz in der Kategorie Kurzgeschichten.

„Alioth“

Eine Mission, von der es keine Wiederkehr gibt, irgendwo tief im All. Was die vierköpfige Crew zu tun hat, ist zu wichtig, als dass das Leben eines Einzelnen ins Gewicht fiele, geht es doch um nichts Geringeres als das Schicksal der Menschheit. Doch was, wenn man die Chance erhielte, das, was verloren ist, zurückzubekommen? Was wäre man bereit zu tun, um die zu retten, die man mehr als alles liebte?

„Alioth“ ist eine düstere und melancholische Geschichte, die ich zwar zur Science-Fiction zähle, die aber ebenso Horrorelement und die für mich typischen surrealen Elemente enthält.

zitat aus "alioth" von sascha dinse

„Jahrestag“

Im Grunde ist „Jahrestag“ eine romantische Geschichte. Wäre da nicht das kleine Detail, dass Halloween vor der Tür steht, und das bedeutet, dass es Zeit für ein neues Opfer ist.

Die kürzeste Geschichte in der Sammlung, gleichzeitig offenbar beliebt. Immerhin wurde „Jahrestag“ schon in drei Anthologien veröffentlicht.

„Das Alison-Szenario“

Als Jonas im Frachtraum des Forschungsraumschiffs „Johannes Kepler“ erwacht, scheint niemand außer ihm an Bord zu sein. Lediglich „Ark“, die künstliche Intelligenz des Schiffs ist übrig, um gemeinsam mit Jonas herauszufinden, was vorgefallen ist. Die Reise durch das gigantische Schiff birgt die eine oder andere schockierende Erkenntnis … für beide Protagonisten.

„Endstation“

Stark von philosophischen Elementen inspiriert, mit autobiographischen Versatzstücken angereichert und mit voller Absicht so konstruiert, dass man die Geschichte mindestens zwei Mal lesen muss, um sie vollständig zu erfassen – das ist „Endstation“. Die Horrorgeschichte erschien in „Zwielicht 8“ und wurde dort sehr gut aufgenommen.

„Susan“

Dass ich oft Elemente aus meinem Leben in Geschichten verarbeite, ist weder ein Geheimnis, noch überraschend. „Susan“ ist dennoch eine besondere Geschichte für mich, da hier viele verschiedene Elemente kombiniert werden, Sci-fi und Horror zum einen, persönliche Motive zum anderen. Komplex, gruselig, zum Mitdenken.

„Isabelle“

Gerade ganz frisch (Juli 2017) in „Zwielicht X“ erschienen, bringt natürlich auch „Isabelle“ alle Elemente mit, die ich gern in meine Geschichten einbaue: urbane Bezüge, Dialoge mit Hintergrund, die eine oder andere Wendung, ziemlich viel Blut (im Vergleich zu sonst) und ein Ende, das die Leser*innen sicher nicht kalt lassen wird.

Ich bin sehr gespannt, wie „Isabelle“ in „Zwielicht X“ aufgenommen wird.

zitat aus "isabelle" von sascha dinse

„Ein neuer Morgen“

Aber nun zu etwas völlig anderem: Fantasy. Ja, richtig gelesen, sowas schreibe ich auch. Sehr selten, aber warum nicht. „Ein neuer Morgen“ entstand schon vor längerem für eine Fantasy-Anthologie, ist aber dennoch meinen sonstigen Geschichte ähnlich. Der Aufbau, das Springen zwischen Orten und Zeiten, die Auflösung des Ganzen … wer sonst nur meine Horror- oder Sci-fi-Ausflüge kennt, sollte dem hier eine Chance geben. Für meine Verhältnisse ziemlich romantisch.

„Ex inferis“

Wahrnehmung und Wirklichkeit sind nicht immer kongruent. Das stellt auch der Protagonist in „Ex inferis“ fest, als er mit Frau und Kind einen Ausflug nach Paris unternimmt, natürlich inklusive Besuch in den Katakomben. Es heißt, dass niemand von dort unten als der Mensch zurückkehrt, der er vorher war. Da ist etwas dran, wie sich zeigen wird …

„Charlotte“

Inspektor Finnigan ist im Channard-Institut für Geisteskrankheiten auf der Suche nach einer verschwundenen Patientin. Schritt für Schritt bringt er Licht an diesen dunklen Ort, doch was er findet, übersteigt sein Vorstellungsvermögen bei weitem.

So, und jetzt entschuldigt mich, ich muss schreiben …

Saal mit gepolsterten Stühlen, vielleicht ein Theater

Mal was anderes … ich schreibe ein Theaterstück!

Kurzgeschichten, Gedichte, irgendwann mal ein Roman – das sollte jetzt niemanden überraschen. Das mache ich durchaus und kann auch schon die eine oder andere Referenz nachweisen (naja, bis auf den Roman, aber der kommt noch). Nun aber mache ich etwas für mich gänzlich Neues: Ich schreibe ein Theaterstück! Und zwar für das „Theaterpack“ aus Leipzig. Ja, die heißen wirklich so.

Saal mit gepolsterten Stühlen, vielleicht ein Theater

Worum geht’s dabei? Das „Theaterpack“ veranstaltet dann und wann Krimidinners, bei denen natürlich ein Plot für ein Theaterstück benötigt wird. Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, meine Talente in diesem Bereich mal auszuprobieren. Meine Geschichten sind oft ohnehin so angelegt, dass ich eine Drehbuchversion im Hinterkopf habe beim Schreiben. Wie schwer kann es also sein, ein Theaterstück zu schreiben … naja, mal sehen 😛 Eine Idee habe ich, einen Plot mit Charakteren baue ich gerade, die üblichen kleinen Details, Twists etc. werden natürlich auch nicht fehlen. Aber für ein Ensemble von vier Schauspielern und für eine öffentliche Aufführung vor Publikum zu schreiben ist dann doch was anderes, als eine Kurzgeschichte zu verfassen, die in meinem kleinen Universum stattfindet und in der ich keine Rücksicht auf Nachvollziehbarkeit oder gar sowas wie ein Happy-End nehmen muss. Ja, ein nicht allzu düsteres Ende ist explizit erwünscht, immerhin sollen die Gäste ja nicht vollkommen deprimiert aus der Veranstaltung gehen. Das würde ich hinkriegen, keine Frage.

Anders als bei einer meiner Geschichten, bei denen ich es ja oft darauf anlege, die Leser*innen herauszufordern, auch auf die Gefahr hin, dass vielleicht nicht jede Nuance der Geschichte so verstanden wird, wie ich sie gemeint habe, dass vielleicht bestimmte Elemente nicht einmal entdeckt werden. Bei einem Theaterstück ist für mich die größte Herausforderung, den richtigen Mittelweg zwischen versteckten Anspielungen und einer größtmöglichen Zugänglichkeit zu finden.

Die Uraufführung soll, wenn ich mich recht erinnere, im November 2017 stattfinden, es wird dann wohl an mehreren Orten gespielt. Ich bin wirklich aufgeregt und möchte natürlich die bestmögliche Leistung abliefern. Das bedeutet in den nächsten Tagen erstmal Plotten, die Charaktere runder machen und natürlich an der Story feilen, damit sie spannend, überraschend und dennoch nachvollziehbar ist. Auf die für mich typischen Erzählsprünge muss ich hierbei verzichten, mal sehen, wie gut ich darin bin, etwas vergleichsweise Lineares zu schreiben. Und das mit dem Happy-End wird wirklich schwierig …

Sascha Dinse hält die Zwielicht-Single 1 in Händen. Diese enthält von ihm die Horrorgeschichten "Isabelle" und "Endstation"

„Isabelle“ und „Endstation“ im Print-Doppelpack

Zwielicht Single Sascha Dinse

Klick führt zu Amazon

Ich freue mich außerordentlich (und das ist wirklich selten), dass zwei meiner Geschichten quasi spontan gerade als Print erschienen sind. In Vorbereitung auf die Jubiläumsausgabe der „Zwielicht“-Anthologie, nämlich Nr. 10 derselben, und auf meine Lesung am 3.6.2017 auf dem WGT in Leipzig hat sich der Verleger entschlossen, kurzerhand eine Art Singleauskopplung aus der Antho auf den Markt zu bringen. Die A-Seite ist meine „Isabelle“, die auch in „Zwielicht 10“ enthalten sein wird, die B-Seite bildet meine „Endstation“, die bereits in „Zwielicht 8“ zu lesen war.

Zusammengenommen bieten beide Geschichten ca. 80 Seiten bizarrer, spannender Twists und das eine oder ander WTF?-Ereignis. „Isabelle“ ist dabei deutlich gemeiner und gewalthaltiger als „Endstation“, was eher eine philosophische Note mitbringt.

Achso, ja, KAUFEN kann man das Ganze natürlich auch.

Auf meiner Lesung in Leipzig wird es ebenfalls die Möglichkeit geben, ein Exemplar käuflich zu erwerben, natürlich gern auch mit persönlicher Widmung 🙂

Sascha Dinse liest aus "Isabelle", Horrorgeschichte, auf dem WGT2017 in Leipzig

Lesung aus „Isabelle“ am 03.06.2017 in Leipzig

Nachdem ich bereits letztes Jahr von der großartigen Luci van Org eingeladen wurde, im Rahmen einer Veranstaltung des VEID e.V. auf dem WGT in Leipzig zu lesen, freue ich mich sehr, auch dieses Jahr wieder mit von der Partie sein zu dürfen.

Am 03.06.2017 von ca. 16:00 Uhr bis 16:40 Uhr (sofern alles pünktlich läuft), werde ich einige Passagen aus „Isabelle“ lesen. Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist kein WGT-Ticket nötig, darüber hinaus ist der Eintritt frei. Es gibt also keine Ausrede, nicht dabei zu sein ^^

Genauere Informationen zum Ort der Lesung findet ihr in der Veranstaltung auf Facebook.

Die Geschichte erscheint höchstwahrscheinlich in etwa zeitgleich in der Anthologie „Zwielicht 10“. Sowohl Verleger als auch Lektorin bescheinigten mir, dass die Geschichte „ein wenig krank“ (Verleger) bzw. „schon sehr krass“ (Lektorin) sei, was ich einfach mal als Gütesiegel ansehe, da beide sich sehr beeindruckt zeigten.

Hier ein kleiner Teaser zu „Isabelle“ (Klick führt auf eine externe Seite):

Isabelle

Wie in meinen Geschichten üblich, spielt auch „Isabelle“ mit der Wahrnehmung des Protagonisten und damit auch der der Leser*innen. Verworrene, nicht unbedingt in der chronologisch korrekten Reihenfolge abgelegte Erzählfragmente, die aber in sich eine geschlossene Geschichte erzählen, wobei bewusst einige Elemente offen gehalten sind, spinnen den Plot, damit Leser*innen sich selbst die Hintergründe zusammenbauen können. Oder müssen.

Für meine Verhältnisse ist die Geschichte sehr splatterlastig ausgefallen, was aber lediglich bedeutet, dass es die eine oder andere exzessive Szene gibt, ohne das alles nur in Blut ertränkt würde. Selbstzweckhafte Gewalt ist für mich kein erzählerisch reizvolles Element, vielmehr setze ich derartige Szenen nur dann ein, wenn sie für die Handlung eine gewisse Relevanz haben. Und das, liebe Leserinnen und Leser, haben sie, soviel kann ich verspreche. Wer schon mal etwas von mir gelesen hat, weiß vielleicht, dass meine Geschichten immer eine Art Metaplot beinhalten, eine Geschichte unter der Oberfläche quasi, die sich erst entfaltet, wenn man die Bruchstücke selbst zusammensetzt. Ja, ich fordere meine Kundschaft. Entspanntes „mal-so-nebenbei-lesen“ gibt’s bei mir nicht. „Isabelle“ enthält sogar die erste (Trommelwirbel!) Sex-Szene, die ich je geschrieben habe. Natürlich ist auch diese nicht ganz das, was man anfangs vielleicht erwartet … „bizarr“ trifft es vielleicht ganz gut. Im Kontext der Geschichte fügt sie sich jedoch nahtlos ein, und hat selbstverständlich eine tiefere Bedeutung, die jede/r Leser*in aber für sich selbst herausfinden muss.

Wie schon in „Endstation“ oder „Alioth“ ist das eigentliche Grundthema überhaupt kein gewalttätiges, sondern eher eine philosophische Sichtweise. Gut, ich gebe zu, dass ein gewisser misanthropischer Zynismus wie auch in vielen meiner anderen Geschichten ein tragendes Element ist. Ich wohne in Berlin, da bleibt das wohl nicht aus. Ich baue gern Anspielungen und versteckte Zitate in meine Geschichten ein, die dem Kenner noch ein wenig mehr über die Hintergründe offenbaren, ohne den Laien ratlos dastehen zu lassen.

Ich freue mich auf euer Erscheinen in Leipzig und fiebere dem Termin entgegen, um „Isabelle“ endlich einem größeren Publikum vorstellen zu können.

Zitat aus der Kurzgeschichte "Isabelle" von Sascha Dinse, Horror

Was „Isabelle“ mit „Crash“ und „Lost Highway“ zu tun hat

First things first. Ich freue mich außerordentlich, dass meine „Isabelle“ es zu einer Veröffentlichung in der Jubiläumsausgabe der deutschen Horroranthologie „Zwielicht“ (nämlich in „Zwielicht 10“) geschafft hat. Nach „23b“ und „Endstation“ liefere ich nunmehr meine dritte Kurzgeschichte in der Anthologiereihe ab. Und, soviel kann ich versprechen, wem die anderen beiden gefallen haben, der wird auch seinen Spaß mit „Isabelle“ haben. Blutiger, kranker und sogar noch zynischer als die Vorgängerinnen, erlaubt „Isabelle“ einmal mehr den Blick in meine inneren Abgründe. Was in der Tat dazu führt, dass Freunde, die „Isabelle“ schon testlesen durften, sich wirklich die Frage stellen, ob meine Gesellschaft nicht doch irgendwie gefährlich ist …

Zitat aus der Kurzgeschichte "Isabelle" von Sascha Dinse, Horror

Inspiration und ihr Einfluss auf „Isabelle“

Aber was hat denn nun eine meiner Kurzgeschichten mit Filmen zu tun? „Crash“ von David Cronenberg und „Lost Highway“ von David Lynch sind nicht nur zwei meiner absoluten Lieblingsfilme, sondern lieferten maßgebliche Inspiration zu „Isabelle“. Das äußert sich in diesem Fall nicht in offensichtlichen Anspielungen, vielmehr in Grundmotiven. So gibt es in „Lost Highway“ eine Stelle, an der der Hauptcharakter sagt, dass er sich an Dinge lieber so erinnert, wie er möchte, nicht unbedingt so, wie sie wirklich passiert sind. Und, Überraschung, in vielen meiner Geschichten geht es ja um genau so etwas. Auch in „Isabelle“. Der Horror schleicht sich langsam an, anstatt sofort aus dem Gebüsch zu springen.

Trailer „Lost Highway“

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Auch Cronenbergs „Crash“ stand maßgeblich Pate für die Stimmung in „Isabelle“. Menschen, die einen, sagen wir, sehr speziellen Stimulus suchen, geraten tiefer und tiefer hinein in einen bizarren Strudel von Ereignissen. Und der letzte Satz in „Isabelle“ ist dann doch sehr, sehr nah dran am letzten Satz in „Crash“, der auf ähnliche Art endet.

Trailer „Crash“

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Das ist alles kein Zufall

Wer mich und meine medialen Vorlieben kennt, findet in meinen Geschichten ohnehin jede Menge Anspielungen: Der „kalte Tag in der Hölle“, von dem in „Endstation“ die Rede ist, stammt beispielsweise aus dem Computerspiel „Max Payne“, wo ein Level entsprechend benannt ist. Die Sequenz mit dem Telefonanruf aus der Metro bezieht sich wiederum auf eine ähnliche Stelle in „Lost Highway“. Und dass der Arzt in „Charlotte“ Dr. Channard heißt, ist natürlich ebenso kein Zufall. Google that …

Sofern „Isabelle“ in gedruckter und digitaler Form das Licht der Welt erblickt, werde ich hier natürlich darüber berichten.

auge schwarz weiß nahaufnahme

„Funken“ – Kurzgeschichte

auge schwarz weiß nahaufnahme

Drei Wochen ist es jetzt her, dass man die Leichen des Ehepaars Peterson fand. Ein Freund der Familie hatte den beiden einen Besuch abstatten wollen und fand stattdessen ein Bild des Grauens. Sein gellender Schrei weckte die Hausbewohner und noch Minuten später hatte er sich nicht beruhigt, brüllte und heulte wie von Sinnen, so dass trotz später Stunde bald das ganze Haus auf den Beinen war. Irgendwann beruhigte er sich und saß regungslos auf der Treppe zur ersten Etage, die Augen starr ins Nichts gerichtet. Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile und noch bevor Polizei und Krankenwagen vor Ort waren, hatte sich die gesamte Hausgemeinschaft unten in der Eingangshalle zusammengefunden, um zu tratschen, zu spekulieren und nach Schuldigen zu suchen.

Ms. Eggleston aus der Dritten schwor Stein und Bein, am Abend eine schwarze Gestalt im Hausflur gesehen zu haben. Niemand nahm die Worte der alten Dame ernst. Wie glaubwürdig konnte jemand sein, der seit Urzeiten ohne Mann und Familie lebte? Noch dazu erzählte sie hin und wieder Geschichten über Geräusche in den Wänden und ähnlichen Unsinn. Mr. Michaels, der griesgrämige Kriegsveteran, forderte bewaffnetes Personal zur Bewachung des Gebäudes, worauf hin ein lautstarker Streit über den Sinn und Unsinn von Schusswaffen entbrannte.

Es war also alles wie immer, wenn dergleichen Dinge in der Solomon Street 124 geschahen.

Als die Polizei kam und die Wohnung betrat, herrschte gespannte Stille unter den Zaungästen in der Eingangshalle. Mit angehaltenem Atem lauschte man, was da oben wohl vor sich ging. Man hätte die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören können. Als sich der erste Beamte bereits kurz nach Betreten der Wohnung lautstark erbrach, rauschte nacktes Entsetzen wie eine Welle durch die Menge. Getuschel, Bekreuzigungen, das volle Programm. Die versteinerten Gesichter der Polizisten, die professionell gespannte Miene des Gerichtsmediziners und vor allem die absolute Stille während des Abtransports der Leichen verliehen der Situation etwas Gespenstisches. Nicht nur, dass dort oben zwei Menschen zu Tode gekommen waren, der Zustand der Leichen musste besonders grauenerregend gewesen sein.

Als die toten Körper und der noch immer apathisch vor sich hin starrende Besucher abtransportiert waren, kehrte Ruhe ein.
Die Wohnung der Petersons war mit Klebeband und einem Amtssiegel verschlossen worden, nachdem die Spurensicherung ihre Arbeit dort erledigt hatte. Neugierige Hausbewohner schlichen über den Flur der sechsten Etage, als würden sie erwarten, dass die Tür sich wie von Geisterhand öffnen und ihnen einen Blick hinein ermöglichen würde. Natürlich geschah das nicht.

Die Befragung der Hausbewohner begann früh am nächsten Morgen. Systematisch arbeiteten sich die Polizisten von unten nach oben vor, stellten Fragen, machten Notizen, versuchten mitfühlend zu wirken. Gesehen hatte niemand etwas, wenn man von Ms. Eggleston absah, ebenso war keinem der Bewohner etwas Ungewöhnliches aufgefallen. Die Petersons wurden als harmonisches altes Ehepaar beschrieben, die keiner Fliege etwas hätten zuleide tun können. Unvorstellbar, dass der alte Peterson zuerst seine Frau und danach sich selbst auf bestialische Art und Weise umgebracht haben sollte. Nach ein paar Stunden verließen die Beamten das Gebäude, ohne eine Erklärung oder auch nur grundlegende Erkenntnisse zu den Umständen der Tat gefunden zu haben. Die Zeitungen erwähnten den bedauerlichen Todesfall, schwiegen sich aber über Details aus.

Bereits wenige Tage danach hatte die Wohnung der Petersons einen neuen Mieter. Ein Künstler musste er sein, Schriftsteller wahrscheinlich, zumindest dem Anschein nach. Gerüchten zufolge wollte er über die Vorfälle im Haus recherchieren, um einen Roman darüber zu schreiben. Jonah Myers war sein Name.
Die nächsten Tage verliefen ruhig, beinahe hatte man vergessen, dass hier unlängst zwei Menschen ermordet worden waren. Familien riefen ihre Kinder zum Essen, das Pärchen aus der Ersten stritt lautstark, um danach noch lauteren Sex zu haben, der Fahrstuhl war defekt und wurde repariert, einmal fiel für einige Stunden der Strom aus. Es sei ein altes Gebäude, meinte der Hausmeister, da wäre so etwas nicht ungewöhnlich.

Und dann fand man Ms. Eggleston tot in der Waschküche, mit einer Wäscheleine erhängt. Sie hatte sich auf einen der Plastikstühle gestellt, die Wäscheleine an einem Rohr unter der Decke befestigt, sich die Schlinge um den Hals gelegt und war gesprungen. Die junge Mutter aus der Zweiten gab später glaubhaft zu Protokoll, Ms. Eggleston hätte sie aus ihren toten Augen angestarrt, als sie die Waschküche im Keller betrat. Nach Aussage des Gerichtsmediziners konnte ein Fremdverschulden ausgeschlossen werden. Selbstmord also. Nicht ungewöhnlich in diesen Tagen. In der Wohnung der Toten wurde dann deutlich, wie es um den Geisteszustand der alten Frau bestellt gewesen sein musste. Die Tapeten waren von den Wänden gerissen, stattdessen hatte sie alles akkurat mit gelbem Klebeband versiegelt. Böden, Decken, alles. Selbst die Fliesen im Bad hatte sie mit einem Hammer herausgeschlagen. Der Spiegel lag zertrümmert in der Badewanne. In ihrem Tagebuch hatte sie minutiös protokolliert, welche Aktivitäten sie in den Wänden wahrgenommen hatte. Rascheln, Kratzen, Schnaufen, geflüsterte Worte manchmal. Mr. Myers machte Fotos, schrieb hastig Notizen auf seinen Block, stellt dutzende Fragen und war an einfach allem interessiert, was in irgendeiner Weise mit dem Haus und seiner Geschichte zu tun hatte.

Ms. Eggleston war verrückt gewesen, daran bestand kein Zweifel.

Die Geräusche in den Wänden ließen sich schnell auf Ratten zurückführen, die sich in dem jahrzehntealten Gemäuer niedergelassen hatten. Böse Zungen behaupteten, dass einzig die Ratten das Gebäude noch vor dem Einsturz bewahren würden, so löchrig sei das Mauerwerk. Ein Kammerjäger wurde bestellt und lieferte sich einen mehrere Tage andauernden Kampf mit einer Schar Ratten. Mr. Michaels kommentierte die Bemühungen lapidar damit, dass man es entweder mit sehr intelligenten Ratten, oder einem ausgesprochen dummen Kammerjäger zu tun haben musste. Einige hundert tote Ratten später kehrte wieder Ruhe ein im Haus in der Solomon Street 124. Ms. Egglestons Wohnung wurde renoviert und neu vermietet.

Gestern dann brach das Feuer aus. Vom Brandherd im Keller griff es schnell auf die erste Etage über und fraß sich erbarmungslos nach oben. Mitten in der Nacht wurden die glücklicheren Bewohner der Solomon Street 124 von Rauchschwaden geweckt und versuchten panisch das Gebäude zu verlassen, während die weniger Glücklichen in ihren Betten erstickten oder Opfer der gierigen Flammen wurden. Irgendjemand hatte die Feuerleitern sabotiert, den Haupt- und Notausgang versperrt und große Mengen Benzin im Keller und im Hausflur ausgeschüttet. Achtzehn Menschen starben in dieser Nacht.

Als man Stunden später die völlig verkohlte Leiche von Jonah Myers im Keller fand, hielt er noch das Feuerzeug in seinen bis auf die Knochen heruntergebrannten Händen. Der Feuerwehrmann, der die Leiche entdeckte, sagte aus, auf dem Gesicht des Toten hätte ein Lächeln gelegen.

Und nun zu Ihnen.

Vielleicht fragen Sie sich, warum ich Ihnen all das erzähle. Vielleicht fragen Sie sich, was das mit Ihnen zu tun hat. Nichts, werden Sie sagen. Doch das ist eine Lüge. Und das wissen Sie.

Diese Momente des Zögerns, des Zweifelns, der Unsicherheit sind es, die mich anziehen. Jede Notlüge, jedes Verschweigen, jedes stille Aufkeimen eines Konflikts tief in Ihnen, jedes unausgesprochene Wort des Hasses, jede in der Tasche geballte Faust, jede unterdrückte Emotion lassen mich näher kommen. Näher zu Ihnen.

Ich kenne die misstrauischen Blicke, das Getuschel hinter vorgehaltener Hand, die spöttischen Bemerkungen, das abfällige Lachen, das selbstgefällige Grinsen, die neugierigen Blicke durch den Türspion, das Lauschen an den Wänden und das Warten auf irgendetwas, das eine Beschwerde lohnt.

Ich bin es, der Ihnen das Messer in die Hand legt, wenn Sie bereit sind, jemandem die Augen herauszuschneiden und sie roh herunter zu schlingen, nachdem Sie den Kopf Ihres Opfers mit bloßen Händen vom Rumpf gerissen haben. Ich bin es, der Ihnen dann im Spiegel zeigt, zu welcher Kreatur Sie geworden sind. Ich bin es, der Ihnen die Schlinge reicht, wenn Sie erkennen, dass Ihr Leben nur aus Verzweiflung und Einsamkeit besteht. Ich bin es, der den Funken schlägt, wenn Sie Flammen suchen.

Ich bin es, vor dem die Ratten fliehen.

Ich bin das Flüstern in der Nacht. Ich bin das Kratzen in den Wänden.

Eines Tages komme ich auch in Ihr Haus. Und dann werden Sie erkennen, was Ihnen gefehlt hat. Der Anstoß, der letzte Impuls.

Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Haben Sie noch nie darüber nachgedacht, jemandem Gewalt anzutun? Haben Sie noch nie in Gedanken jemandem die Kehle zugedrückt, immer fester und fester? Haben Sie noch nie daran gedacht, wie es sein muss, ein Messer in lebendes Fleisch zu stoßen? Das Große aus der Küche, das mit der blitzenden Klinge? Auch wenn Ihr Gewissen Ihnen einzureden versucht, dass das für Sie unvorstellbar sei, auch wenn Sie jeden Gedanken daran vertreiben möchten, so ist es doch zutiefst menschlich. Schämen Sie sich nicht dafür.

Sie sind, wie Sie sind.

Und irgendwann in der Nacht werden Sie meine Stimme hören. Leise zunächst. Doch mit jeder Stunde, jedem Tag, jeder Woche werden meine Worte lauter: Tun Sie es. Tun Sie es.

Klingelt es gerade irgendwo in Ihrem Haus? Klopft ein Fremder an eine Tür? Öffnen Sie kurz, um nachzusehen? Werfen Sie einen schnellen Blick in den Hausflur, weil da irgendein Geräusch war? Ein schmaler Spalt, ein offenes Fenster, ein Riss im Dielenboden – mehr brauche ich nicht.

Kein Klebeband der Welt wird Sie retten vor meinem Flüstern.

Wenn Sie nachts Geräusche in den Wänden hören, denken Sie an mich.

Irgendwann wird das Sie zum Du. Meine Worte werden die eines vertrauten Freundes.

Eines Tages wird meine Stimme zu Deiner.

Und dann ist es mein Gesicht, das uns aus dem Spiegel anschaut.

Träume heute Nacht von Funken, die ein Feuer entfachen.

Tu es.

Tu es.

Tu es!

Straße im Dunkeln

Filmkritik: „The Invitation“ (2015)

So, gestern mal wieder einen Film gesehen, der mir auf einem Streamingportal als Geheimtipp empfohlen wurde. Sollte wohl was ganz Besonderes sein, dürfte man vorher nicht zu viel drüber wissen und so. Dies vorweg: Die erste Hälfte ist gut gelungen, danach geht’s bergab. Aber der Reihe nach.

Straße im Dunkeln

MASSIVE SPOILERS AHEAD!

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Kammerspiel

„The Invitation“ ist über weite Strecken ein sehr, sehr ruhiger Film, der seine Spannung bis kurz vor Schluss nur daraus bezieht, dass man die ganze Zeit über rätselt, was genau eigentlich passiert. Zu Beginn werden Will und seine neue Freundin Kira zu einer Party in den Hollywood Hills eingeladen, die von Wills Ex-Frau und deren neuem Lebensgefährten veranstaltet wird. Im Laufe der Geschichte erfährt man, dass Will und Eden (seine Ex) einen Sohn hatten, der bei einem Unfall um’s Leben kam, was die Beziehung der beiden zerstörte. Entsprechend überrascht ist Will, dass er nach zwei Jahren Funkstille plötzlich zu einer Party eingeladen wird.

Im Haus der Ex angekommen (wo Will früher auch wohnte), treffen wir auf eine Gruppe von Personen, die im weiteren Verlauf der Story im Prinzip keine wirkliche Funktion erfüllen, vom Ende mal abgesehen. Ausnahme sind ein mysteriöser Freund des Hausherren und eine leicht schräge Frau, die außer Eden und ihrem Freund niemand sonst zu kennen scheint.

Es gibt gutes Essen, viel Wein und diverse Gespräche. Und langsam geht es dann um etwas, das „The Invitation“ genannt wird. Schnell kommt beim Zuschauer das Gefühl auf, dass es sich dabei um eine Art Sekte handelt, in der Eden und ihre Bekannten die letzten zwei Jahre verbracht haben. Es geht um das Loslassen von Schmerz und sowas …

Weit hinter seinen Möglichkeiten

Die Stimmung im ersten Teil der Geschichte ist gut eingefangen, obwohl eigentlich nichts passiert. Es baut sich ein gutes Gefühl der Spannnung auf und ich habe mich dabei ertappt, die ganze Zeit zu rätseln, was wohl dahinter stecken mag. Letztlich war der Twist aber ernüchternd. Ja, es ist wirklich eine Art Sekte. Ja, sie wollen die anderen und sich selbst umbringen, um dem Elend dieser Welt zu entfliehen. So, das soll jetzt besonders großartig sein? Fand ich sehr, sehr lahm, ehrlich gesagt. Da baut der Film wirklich gekonnt Spannung auf, spielt dann und wann mit Einsprengseln aus der Vergangenheit, lässt das Gefühl aufkommen, dass hier ein richtig böser Twist folgen wird und dann … ist es einfach nur Geballer und Gehacke zum Schluss? Was für eine Verschwendung, was für ein liebloses Drehbuch.

Eine Sache hat mich zusätzlich gestört: Ziemlich zu Anfang verlässt eine Frau die Party, weil ihr das alles zu schräg wird. Der Anfüher der Sekte (einer der beiden, die keiner sonst kannte) geht mit ihr nach draußen, lässt sie vom Hof fahren etc. Ich habe natürlich vermutet, dass man am Ende noch mal darauf zurückkommt, indem man z.B. rauskriegt, dass er sie getötet hat, weil er ja ein durchgeknallter Irrer ist. Doch nichts dergleichen. Die Figur verschwindet und taucht einfach nicht mehr auf. Die ganze Szene ist völlig unnötig, weil sie nichts zum Film beiträgt. Genauso sind die anderen Charaktere (insgesamt ca. 10 Personen) nur zu dem Zweck im Skript, um am Ende Kanonenfutter für die Irren zu sein. Öde. Es gibt keine Hintergrundgeschichten, keine verborgenen Twists, keinen doppelten Böden, gar nichts.

Gut, am Ende stellt sich heraus, dass das Gemetzel im Haus nur Teil einer größer angelegten Geschichte ist, denn auch in anderen Häusern in der Gegend scheint dasselbe zu passieren. Okay, das ist als Ende ganz nett. Doch mir reicht das nicht. Es gibt keinen wirklichen Hintergrund zur Sekte, zu ihren Absichten, keine Hintergründe zur Auswahl der „Opfer“ oder zu sonst irgendwas.

„The Invitation“ bleibt am Ende ein Film, der so viel mehr hätte sein können und ich gebe ihm eine 4/10 Punkten für die gute Atmosphäre am Anfang. Mehr ist nicht drin, dafür ist das Skript zu dünn.

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treppenstufen in der dunkelheit

Träume und anderer Wahnsinn

Vom Schreiben irgendwann leben zu können – wenngleich sicher nicht in Saus und Braus – das ist in der Tat ein Traum. Auch meiner. Doch wie das mit Träumen so ist, zunächst sind sie nichts weiter als die Manifestation von Sehnsüchten, Wünschen und dem unbewussten „irgendwie-nicht-zufrieden-sein“ mit dem, was man hat. Nun könnte ich, wie viele Self-Publisher es tun, darauf setzen, möglichst viel zu schreiben, viel zu veröffentlichen und zu hoffen, dass die Masse allein irgendwann genügend Verkäufe generiert, um davon leben zu können. Ja, könnte ich. Dann würde ich aber einer von denen werden, die ich jeden Tag in Self-Publisher-Gruppen in Facebook sehe – einer von denen, die sich beschweren, warum niemand ihre Bücher kauft, warum das böse Amazon dies oder das (nicht) tut, warum die Leserschaft so undankbar ist – einer von denen also, die andere für den eigenen Misserfolg verantwortlich machen. Ist eher nichts für mich.

Ich versuche stattdessen, einen anderen Weg zu gehen. Unter anderem deshalb habe ich Ende letzten Jahres ein Profil bei Patreon angelegt. Dort können Fans eines Künstlers diesen finanziell unterstützen und erhalten im Gegenzug Leistungen, die sonst nicht zu bekommen wären. Langfristig, und das ist mir wichtig, möchte ich mir u.a. dort Fans aufbauen, Unterstützer sammeln und ja, auch etwas Geld verdienen, um meine Schreiberei vorantreiben zu können. Denn seien wir ehrlich: mit den Genres, die ich schreibe, surrealer Horror zum Mitdenken sowie hintergründige Science-Ficttion, wird man nicht reich. Ein Blick auf die Listen der „Bestseller“ quer durch verschiedene Portale reicht aus, um festzustellen, welche Genres gut laufen. Doch statt, wie offenbar viele SPler es machen, jetzt munter „50 Shades of Grey“ zu kopieren oder irgendwas anderes à la „Wie angle ich mir einen Millionär“ oder ähnlichen Kram zu schreiben, bin ich (noch?) der Meinung, dass Qualität für mich Vorrang haben sollte. Der Markt ist voll mit (auch wenn das arrogant klingt) schlechten Werken, nicht nur von SPlern, auch Verlage veröffentlichen hin und wieder Mist, so dass das Produzieren von mehr Mist sicher nicht dazu beiträgt, besser gefunden, mehr gelesen und mehr gekauft zu werden.

Support your local writer on Patreon!

Das Patreon-Experiment

Wie gesagt, Patreon soll ein Weg sein, mir eine gewisse Basis zu schaffen. Das wird schwer, da gebe ich mich keinen Illusionen hin, immerhin ist der Deal bei Patreon, dass meine Patrons, die mir immerhin monatlich Geld zustecken, auch eine adäquate Gegenleistung dafür bekommen. Seien es bislang unveröffentlichte Geschichten, sei es die Möglichkeit, selbst an gewissen Teilen von Geschichten oder Handlungssträngen mitzuarbeiten, seien es Rabatte auf Produkte … ich muss einfach etwas liefern, was die finanzielle Unterstützung rechtfertigt. Das kostet Zeit, kreative Anstrengung und natürlich Durchhaltevermögen.

Ich habe keine Ahnung, inwiefern meine Idee, das Schreiben mittels Crowdfunding zu unterstützen, eine Zukunft haben wird. Immerhin wird auch mein Leben weder einfacher noch billiger, da haben sich schon einige Dinge angesammelt in den letzten Jahren, von privaten Dingen, die irgendwie bewältigt werden wollen über den Stress meines derzeitigen Brotjobs bis hin zu finanziellen Verpflichtungen, denen nachgekommen werden will – es könnte alles so einfach sein. Aber sich beschweren hilft nicht (siehe oben), nur das machen hilft.

Ich freue mich über jede Art der Unterstützung. Ob ihr mich direkt finanziell jeden Monat mit einem, drei, fünf oder mehr Euro unterstützen wollt (ich werde demnächst die Pledges noch mal überarbeiten), ob ihr mir auf Patreon einfach folgt (das geht natürlich auch ohne Spende!) oder euren Freunden davon erzählt, dass ich so gruselige Dinge schreibe – mit all dem würdet ihr mir eine riesige Freude machen!

Hier noch mal der Link zu meinem Patreon-Profil.

So, und jetzt muss ich dann mal weiterschreiben. Nicht hier, sondern an einer Geschichte …